Von Schafen und Blumen.

Von Ihm hier muss ich kurz erzählen.

Ich vermute er hat mich beeinflusst und geprägt wie kein anderer. Ich will vom Schönen berichten. Von dem was geblieben ist, und davon, dass ich heute froh bin, vor vielen Jahren das getan zu haben, wofür mich damals alle für verrückt erklärten. Ich habe ihm diese Bilder abgerungen. Ich hab das anfängliche Murren und die kleine ablehnende Verletzung mal wieder ausgehalten. Ich wusste dass es sich lohnt und dass kein Weg dran vorbeigeht es zu tun. Ihn zu etwas zu überreden wogegen er sich gesträubt hat. Ich hab’s einfach gewusst, dass ich dafür belohnt werde. Ja, so kam es zu einem der ganz wenigen Momente in denen er mich an seinem kreativen Potential hat teilhaben lassen. Er wurde kurz ein anderer. Der den ich hinter all den Schimpfereien und der Sturheit immer vermutet habe. Für kurze Zeit fand ich ihn großartig. Er hat mir was gezeigt was er mir, wie ich heute weiss mitgegeben hat. Leider hat er es zu selten hergezeigt. Jetzt kralle ich mich an diese Bilder wie eine Hummel an einen herbstlichen Blütenkelch. Sie zeigen mir heute einen Menschen nach dem ich mich damals gesehnt habe. Sie erzählen mir von jemandem den ich mir immer gewünscht hätte.

Mein Papa starb im November diesen Jahres.

über 900 Dahlienstöcke nannte er sein Eigen und auch beim Namen. Auswendig! Das bemerkte ich allerdings erst später. Erst wurden Mamas Gemüsebeete vereinnahmt, dann noch zusätzliche Schrebergärten dazugepachtet und in der Hochphase sogar noch ein riesiger Dahliengarten in einem Altenheim angelegt.
Wir hätten ihn damals gerne bei WETTEN DASS angemeldet.
Irgendwann lies die Kraft nach. Die Lebensenergie wurde weniger und die Sturheit leider größer. Es war schmerzlich (für mich mitanzusehen) wie er auch diese Herde aufgeben musste. Früher im Osten Deutschlands waren es die Schafe, die unter seiner Obhut standen. Irgendwann hat ein Schäfer „rübergemacht“, meine Mutter kennengelernt, sich mit Ihr ein neues Leben aufgebaut, meine Schwester und mich gezeugt und sich wieder eine neue Herde aufgebaut. Eine sehr sehr große. Diesmal eine bunte.

Rolf (Eigenzüchtung)
Es wurden auch eine Vroni, eine Claudia und eine Marion versucht zu züchten. Doch leider haben sie die Wintermonate 19?? nicht überlebt. Das weiss ich noch…

Er hat mich geprägt. Seine Maßlosigkeit, seine Bedingungslosigkeit, sein Durchhaltevermögen und auch seine Sturheit in der Sache. All die sind heute meines. Ich werde sie in Ehren halten.